Zum Inhalt springen

Website-Relaunch: Die SEO-Checkliste für den Umzug ohne Sichtbarkeitsverlust

Ist-Zustand sichern, Weiterleitungen planen, Starttag prüfen – plus die Pflichtangaben, die beim Umzug oft untergehen

  • SEO

Ein Relaunch soll eine Website besser machen: zeitgemäßer, schneller, leichter zu pflegen. Für Google ist er vor allem ein Umzug. Jede Seite, die bisher gefunden wurde, hat eine Adresse, Links von anderen Websites und eine Geschichte in den Suchergebnissen. Ändern sich Adressen, Inhalte oder Technik, muss Google das neu lernen – und wenn wichtige Signale unterwegs liegen bleiben, gehen Rankings verloren.

Diese Checkliste führt Sie in sechs Schritten durch den Relaunch, aus Sicht des Auftraggebers: Was müssen Sie entscheiden, was sollten Sie von Ihrer Agentur verlangen, und woran erkennen Sie, dass alles geklappt hat?

Was Sie realistisch erwarten können

Ganz ohne Schwankungen geht ein Relaunch selten. Google muss jede alte und jede neue Adresse mindestens einmal besuchen, bevor der Umzug abgeschlossen ist. Google rechnet bei einer mittelgroßen Website mit einigen Wochen, bis der Großteil der Seiten im Index unter der neuen Adresse geführt wird; große Websites brauchen länger. Es geht deshalb nicht darum, jede Bewegung zu verhindern, sondern darum, dass Ihre Sichtbarkeit danach wieder dort ankommt, wo sie hingehört. Garantieren kann das niemand, ein sauberer Plan macht es aber deutlich wahrscheinlicher.

Schritt 1: Den Ist-Zustand sichern

Halten Sie fest, was heute funktioniert, bevor sich etwas ändert. Diese Daten brauchen Sie später für den Vergleich.

  • Search-Console-Daten exportieren: Die Google Search Console zeigt Leistungsdaten nur für die letzten 16 Monate. Exportieren Sie Klicks, Impressionen und Suchanfragen pro Seite.
  • Alle Adressen erfassen: aus der XML-Sitemap, mit einem Crawler wie dem Screaming Frog SEO Spider und aus Ihrer Webanalyse. PDFs, Bildergalerien, alte Aktionsseiten und Stellenanzeigen nicht vergessen.
  • Verlinkte Seiten finden: Der Bericht „Links“ in der Search Console zeigt, welche Ihrer Seiten andere Websites am häufigsten verlinken.
  • Die wichtigsten Seiten markieren: Seiten mit Besuchen aus der Suche, mit externen Links oder mit Anfragen bekommen eine Markierung. Für sie gilt besondere Sorgfalt.

Schritt 2: Die Weiterleitungstabelle

Das Herzstück jedes Relaunchs ist eine Tabelle mit zwei Spalten: alte Adresse, neue Adresse. Für jede Zeile gibt es drei sinnvolle Fälle:

  • Eins zu eins: Die Seite gibt es weiter, nur unter neuer Adresse. Aus /leistungen/dachsanierung.php wird zum Beispiel /dach/sanierung.
  • Zusammengelegt: Mehrere alte Seiten gehen in einer neuen auf. Dann dürfen alle auf diese neue Seite zeigen.
  • Ersatzlos gestrichen: Gibt es keine passende neue Seite, ist eine ehrliche Fehlerseite (404 oder 410) besser als eine Umleitung auf die Startseite. Google wertet massenhafte Weiterleitungen auf die Startseite unter Umständen als „Soft 404“, also wie eine Fehlerseite.

Technisch sollten alle Weiterleitungen permanent und serverseitig sein, also mit dem Statuscode 301 oder 308. Jede alte Adresse sollte in einem einzigen Schritt am Ziel ankommen. Ketten entstehen oft, wenn Weiterleitungen aus einem früheren Relaunch auf Adressen zeigen, die jetzt selbst weiterleiten. Googles John Mueller rät, Ketten unter fünf Schritten zu halten. Besser ist genau einer.

Schritt 3: Inhalte bewusst übernehmen

Viele nutzen den Relaunch, um ihre Texte zu überarbeiten. Das ist sinnvoll, bei Seiten mit guten Platzierungen aber mit Augenmaß: Thema und Begriffe beibehalten, nicht radikal kürzen und wichtige Inhalte nicht in Bildern oder PDFs verstecken. Übernehmen Sie für jede wichtige Seite den Seitentitel, die Meta-Beschreibung, die Hauptüberschrift und die Alternativtexte der Bilder. Interne Links in Texten und Menüs sollten direkt auf die neuen Adressen zeigen, nicht auf Weiterleitungen.

Schritt 4: Technik vor dem Start prüfen

  • Testumgebung schützen: mit einem Passwort, nicht nur mit einer Sperre in der robots.txt. Google weist darauf hin, dass die robots.txt nicht dafür gedacht ist, Seiten aus dem Index fernzuhalten.
  • Mobile Version: Google crawlt Websites vorrangig mit dem Smartphone-Crawler und hat diese Umstellung im Oktober 2023 für abgeschlossen erklärt. Was auf dem Handy fehlt, fehlt damit auch für Google.
  • Ladezeit messen: Vergleichen Sie die Core Web Vitals der alten und der neuen Website, etwa mit PageSpeed Insights. Seit März 2024 gehört die Reaktionsfähigkeit (Interaction to Next Paint) dazu.
  • Canonical und Sprachversionen: Canonical-Angaben zeigen auf die neuen Adressen. Haben Sie Versionen für Deutschland, Österreich und die Schweiz, müssen die hreflang-Angaben wieder gegenseitig aufeinander verweisen.
  • Strukturierte Daten: Angaben zu Firma, Adresse und Öffnungszeiten mit übernehmen.

Schritt 5: Der Starttag

  1. Weiterleitungen aktivieren und die 20 bis 30 wichtigsten alten Adressen von Hand aufrufen: Kommt jede in einem Schritt auf der richtigen Seite an?
  2. Sperren aus der Testphase entfernen: kein „noindex“ mehr, die robots.txt lässt Suchmaschinen zu.
  3. Die neue XML-Sitemap in der Search Console einreichen.
  4. Bei einem Domainwechsel das Tool zur Adressänderung in der Search Console nutzen. Bleibt die Domain gleich und ändern sich nur die Pfade, wird es nicht gebraucht.
  5. Formulare, Einwilligungsbanner und Webanalyse testen.

Schritt 6: Die ersten Wochen danach

  • Im Bericht „Seiten“ der Search Console den Status „Nicht gefunden (404)“ beobachten und für relevante Adressen nachträglich Weiterleitungen anlegen.
  • Der Status „Seite mit Weiterleitung“ bei alten Adressen ist normal: Er zeigt, dass Google die Weiterleitungen erkennt.
  • Klicks und Impressionen der wichtigsten Seiten mit Ihrem Export aus Schritt 1 vergleichen.
  • Partner, Verbände und Branchenverzeichnisse bitten, ihre Links anzupassen. Das Unternehmensprofil bei Google und die Social-Media-Profile aktualisieren.
  • Die Weiterleitungen stehen lassen: Google empfiehlt mindestens ein Jahr, aus Sicht der Besucher am besten dauerhaft.

Rechtliches beim Umzug nicht vergessen

Ein Relaunch ist der richtige Moment, auch die Pflichtangaben auf den aktuellen Stand zu bringen:

  • Impressum: Seit dem 14. Mai 2024 steht die Impressumspflicht in § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), das Telemediengesetz ist außer Kraft. Verweise auf das TMG sind veraltet.
  • Einwilligung: Das frühere TTDSG heißt heute TDDDG. Nach § 25 TDDDG brauchen Cookies und ähnliche Techniken, die für den gewünschten Dienst nicht unbedingt erforderlich sind, eine Einwilligung.
  • Datenschutzerklärung: Neue Dienste wie Schriften, Karten, Videos oder Analysewerkzeuge gehören in die Datenschutzerklärung nach DSGVO. Wie heikel das sein kann, zeigt ein Urteil des Landgerichts München I von 2022: Es sprach einem Besucher Schadensersatz zu, weil eine Website Google Fonts ohne Einwilligung vom Google-Server lud.
  • Barrierefreiheit: Verkaufen Sie online an Verbraucherinnen und Verbraucher oder schließen diese über Ihre Website Verträge ab, kann seit dem 28. Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) greifen; Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Der Relaunch ist der beste Zeitpunkt, Barrierefreiheit von Anfang an einzuplanen.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Die Checkliste

  • Search-Console-Daten exportiert, URL-Liste vollständig, wichtige Seiten markiert
  • Weiterleitungstabelle: jede alte Adresse auf die passende neue, keine Massen-Weiterleitung auf die Startseite
  • 301- oder 308-Weiterleitungen in einem Schritt, alte Ketten aufgelöst
  • Inhalte, Seitentitel, Meta-Beschreibungen und Alternativtexte übernommen
  • Testumgebung mit Passwort geschützt
  • Mobile Version, Ladezeit, Canonical, hreflang und strukturierte Daten geprüft
  • Am Starttag: Sperren entfernt, Weiterleitungen getestet, Sitemap eingereicht
  • 404-Fehler und Leistung in den ersten Wochen regelmäßig kontrolliert
  • Impressum, Datenschutzerklärung und Einwilligung aktualisiert
  • Weiterleitungen bleiben mindestens ein Jahr, besser dauerhaft

Ihr Relaunch mit pixelwerk

Ob eine Website den Umzug ohne Einbußen übersteht, entscheidet sich in der Planung. Wir planen die Weiterleitungen von Anfang an mit, damit Ihre Rankings den Umzug mitmachen. Wie wir Websites konzipieren und umsetzen, lesen Sie auf der Seite Webdesign. Oder Sie rufen uns an und besprechen Ihr Vorhaben direkt: 07551 839 91 30.

Häufige Fragen

Google muss jede alte und neue Adresse mindestens einmal besuchen. Für eine mittelgroße Website nennt Google einige Wochen, bis der Großteil der Seiten unter der neuen Adresse im Index steht, große Websites brauchen länger. Vorübergehende Schwankungen sind normal, eine Garantie für die Rankings danach gibt es nicht.

Google empfiehlt mindestens ein Jahr. Weil alte Links auf anderen Websites, in Lesezeichen und in Verzeichnissen oft viel länger genutzt werden, lassen Sie die Weiterleitungen am besten dauerhaft stehen.

Nur bei einem Wechsel der Domain oder Subdomain. Bleibt die Domain gleich und ändern sich nur die Pfade, genügen saubere 301-Weiterleitungen und eine aktuelle Sitemap.

Schlagwörter:
  • SEO
  • Webdesign